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Amerikanische Aussenpolitik im Wandel der Zeit

Viele Menschen glauben, und dies wurde durch die Bushadministration auch bekräftigt, dass sich die aussenpolitischen Ziele seit dem 11. September 2001 grundlegend geändert hätten. Um es gleich vorweg zu nehmen dem ist mitnichten so. Das wird sehr anschaulich in Robert Keagan's Buch Macht und Ohnmacht beschrieben. Sein Werk durchleuchtet die Aussenpolitik Amerikas über die Jahre und versucht sie auch aus europäischer Sicht zu sehen. Die Schlussfolgerungen seines Buches können verkürzt und vereinfacht so wiedergegeben werden: Nicht die Ziele haben sich geändert, sondern nur das Tempo mit dem vorgegangen wird.
Wobei er, meiner Meinung nach, einem gewichtigen Grund für diese Tempoverschärfung zu wenig Beachtung schenkt. Nämlich dem Zerfall der Sowjetunion resp. des Warschauer Paktes. Dieser hatte immer als Gegenpol zur Nato und dem "freien" Westen gedient. Erst der Zerfall der UdSSR als Grossmacht liess es zu, dass die Amerikaner in ihrem schnelleren Tempo vorgehen konnten. In all den Jahren des kalten Krieges betrieben die USA zwar auch ihre "aussenpolitischen Spielchen", jedoch immer vor dem Hintergrund, dass Europa eine zentrale Rolle in den Plänen der Strategen spielte. Nur mit einem Europa auf Seiten der USA konnte der "kommunistischen Bedrohung" Einhalt geboten werden. Zumindest ist dies die offizielle Lesart des Pentagon und der US Aussenpolitik.

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Die Amerikaner setzten alles daran den Konsens mit Europa (West) zu suchen, denn nur mit deren Zustimmung und Unterstützung war es möglich Truppen und Logistik an den Aussengrenzen des Warschauer Paktes zu stationieren. Ein starkes Europa war der Garant zum Sieg über den Kommunismus oder zumindest um diesem Einhalt zu gebieten. Vor diesem Hintergrund ist auch die NATO zu sehen: Um möglichst eine Linie, nämlich jene der USA, gegen den Osten durchzusetzen. Auch die Ausdehnung des NATO–Gebietes wurde schon früher als probates Mittel gesehen, dem Kommunismus die Zähne zu zeigen.

Was hat denn bitte die Türkei mit dem Nordatlantik zu tun ? Nichts ausser dem gewichtigen Argument der strategischen Lage, sozusagen vor der südlichen Haustür der UdSSR.

Die USA, die sich so gerne als Hüter der Demokratie und der Menschenrechte sehen, liessen es zu, dass "Demokratien" wie die der Portugiesen oder die türkischen Oberdemokraten in die NATO aufgenommen wurden. Nach dem Motto: Gebt uns Basen und erlaubt es uns Waffen (auch Atomwaffen) zu stationieren und wir werden nichts gegen eure menschenverachtende Kolonial–resp. Kurdenpolitik sagen.

Und hat sich daran seit Ende des kalten Krieges etwas geändert ? Sind die Amerikaner nunmehr erpichter darauf für Freiheit und Demokratie in der Welt zu sorgen ? Ganz klar: Nein. Saudi Arabien, Irak, Kuweit, Israel dies alles sind Garanten für die Einhaltung der Menschenrechte. Wobei bei Israel angefügt werden muss, dass dieses Land sehr wohl eine Demokratie ist. Dies zieht aber nicht zwangsläufig die Wahrung der Menschenrechte nach sich. Seit Jahrzehnten lässt es das "grosse" Amerika zu, dass Israel die Beschlüsse der UNO ignorieren darf.

Es ist noch nicht lange her da sollte Israel für die Art der Kriegsführung im Libanonkrieg (Streubomben, Angriffe auf zivile Infrastruktur, Einsatz von Phosphorbomben) in einer Resolution verurteilt werden. Die USA legten ihr Veto ein.

Oder nach dem Panzerangriff auf ein Wohnhaus, bei dem 20 Zivilisten getötet wurden. Die USA legten ihr Veto ein.
Diese Liste könnte ziemlich lange werden, drum lass ich es.

Ausserdem wurde mit amerikanischer Hilfe (aber auch wir in Europa sollten unseren "Beitrag" dazu nicht vergessen) in einer der instabilsten und explosivsten Regionen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen gefördert.

Im selben Zug ist Saddam Hussein's Irak zu sehen:"Wir wissen, dass er ein Schweinehund ist, aber er ist unser Schweinehund" soll man damals in Regierungskreisen gewitzelt haben. Solange der Irak Krieg gegen die bösen Ayathollas führte war es egal was Hussein tat. Ob er nun Giftgas gegen iranische Truppen einsetzte (was seit dem 1. Weltkrieg als geächtet gilt) oder die Kurden im Norden dahinraffte (was ganz klar, klarer geht's gar nicht, ein Verbrechen gegen Zivilisten war), solange der den US Zielen diente war dies egal. Man lieferte ihm sogar noch Waffen (auch die Europäer) und Satellitendaten über Stellungen der iranischen Truppen. Durch die Weitergabe dieser Daten hat sich "der Westen" direkt der Komplizenschaft eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht. Und durch die "Ausrüstung" des Iraks mit Wissen und Gerät zur Herstellung von chemischen Kampfstoffen, wurden all die beteiligten Länder auch Komplizen bei einem Kriegsverbrechen an Zivilisten. Am 16. März 1988 griffen irakische Truppenverbände im Rahmen einer grossangelegten Militäraktion – in deren Verlauf 10 Städte und ca 4000 Dörfer zerstört wurden – die kurdische Stadt Halabdscha mit Giftgas an. Damals starben allein in dieser Stadt 5000 Menschen und im Verlauf der gesamten Aktion wurden weite Landstriche durch Minen bis heute unbrauchbar gemacht.

Als sich Hussein aber dann im Garten der Amis bedienen wollte und damit ihre Vormachtsstellung in der Golfregion bedrohte, wurde er plötzlich zum Schweinehund Nummer eins. Es ging aber nicht darum, dass der Irak einen souveränen Staat angegriffen hat oder internationales Recht gebrochen hätte, sondern Hussein hätte zu viel Öl kontrolliert. Man muss sich schon fragen wie der so dumm sein konnte, einen souveänen Staat anzugreifen, der erst noch unter der Schutzherrschaft der Amerikaner stand ? Er musste doch wissen, dass dies ein Angriffskrieg war, der von der Weltgemeinschaft unter keinen Umständen geduldet werden würde.

Eher ist es wahrscheinlich, dass man Hussein zu verstehen gab, dass der Westen, im Falle einer irakischen Intervention in Kuweit, sich nicht einmischen würde. Und wer war oder ist denn die Garantiemacht in dieser Region ? Die USA. Die Vereinigten Staaten wollten Saddam im Glauben belassen, dass ihm Kuweit, als Entschädigung für "seine" Opfer im Krieg gegen den Iran, zustehen würde.
Kuweit war eine Falle und Saddam Hussein war so leichtgläubig, dass er die politische Situation völlig falsch einschätzte und den USA den Kriegsvorwand lieferte. interessante Details

Und als wäre das noch nicht genug setzten die USA noch einen drauf:

Eine Zeugin sagte vor dem Kongress aus, dass sie mit eigenen Augen gesehen habe wieIraker in Kuweit City Säuglinge aus den Brutkästen auf den Boden geschmissen hätten.Diese berührende Story musste bei Bush sen. herhalten, um den Kongress von diesem Krieg zu überzeugen. Als wäre ein Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat nicht schon Grund genug für ein militärisches Eingreifen seitens der Weltgemeinschaft gewesen. Die Geschichte der Brutkästen wurde von Amnesty International offiziell von der Liste der Verbrechen des Iraks gestrichen. Die Zeugin die vor dem Kongress aussagte war eine junge Kuwaiterin, die alles gesehen haben will. Die Geschichte berührte alle und kippte die, zuvor unentschlossene, Stimmung auf die Seite einer militärischen Intervention. Der "Schönheitsfehler" an dieser Geschichte ist jedoch der folgende: Diese junge Frau war die Tochter des kuwatischen Botschafters in den USA und hielt sich zur fraglichen Zeit nachweislich in den Vereinigten Staaten auf.

Die USA brauchten schon immer Vorwände um Kriege zu führen. Verletzung der Menschenrechte oder Greueltaten waren nicht genug. Letztere wären nicht mal Vorwände gewesen, sondern Fakten. Was folgte war der 2. Golfkrieg und der erste gegen Saddam.

Warum wurde aber Hussein und sein Regime damals nicht gestürzt ? Etwa aus Angst vor potenziellen amerikanischen Verlusten ? Ich denke nein, sondern eher weil die USA einen Vorwand brauchten, um in der Golfregion zu bleiben.Hätte man damals Hussein ausgeschaltet, wäre es wahrscheinlich gewesen, dass die Stützpunkte und die Präsenz der Amerikaner keine Berechtigung mehr gehabt hätten. Der Druck auf die USA sich aus der Region zurückzuziehen wäre zu gross geworden.

So blieb sein Regime bestehen und es wurden Sanktionen erlassen, welche sich mehr gegen die Zivilbevölkerung richteten, als gegen Saddam. Er lebte weiter in Saus und Braus und die Bevölkerung hungerte und v.a. Kinder starben zu tausenden. Da diese Sanktionen v.a. Zivilisten trafen, müssten sie eigentlich als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit taxiert werden. Sie verunmöglichten den grossen Widerstand gegen Hussein, denn die Bevölkerung hungerte. Und wie man weiss, solange die elementarsten Bedürfnisse nicht befriedigt sind, werden sich die Leute nicht gegen ihre Herrscher stellen. Und genau das war es was die USA wollten.

Wie anders liesse sich erklären, dass der Aufstand der Schiiten im Süden in keinster Weise unterstützt wurde ? Diese Menschen, die sich gegen ihren Herrscher stellten in der Hoffnung auf die Unterstützung der USA, wurden von diesen sträflich im Stich gelassen. Hussein konnte sie ohne grösseren Probleme niedermachen. Auch dies ist ein Muster, das sich immer wiederholt: "Menschenopfer" für eigene Politikinteressen.

Und warum wurde Hussein nun doch gestürzt ? Haben sich die USA zu letzt doch noch geändert ? Nein, sie haben nur einen anderen Vorwand gefunden, um in der Region zu bleiben. Krieg gegen den Terror und Massenvernichtungswaffen. Nun da sich aber diese Vorwürfe an den Irak nicht so einfach beweisen lassen (vielleicht war alles auch eine glatte Lüge), verschiebt sich der Fokus der Amerikaner und ihrer Achse der (Anti)-Terroristen in Richtung Iran und Syrien. Alle bis heute vorgelegten Berichte zu den Massenvernichtungswaffen und den Terrorverbindungen im Irak waren nicht mehr als gelinde gesagt Ver-Fälschungen. Die Berichte die Colin Powell dem UN Sicherheitsrat vorgelegt hat und die darin enthaltenen "Beweise", wurden von Hans Blix , dem Chef der UN Mission zur Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak, als "Fake" bezeichnet. Somit hat der Krieg gegen den Irak einen eindeutig völkerrechtswidrigen Charakter und ist völlig unbegründet. Ausser man sieht den inoffiziellen Grund dahinter: Kontrolle der Ölressourcen einer Region durch Kontrolle der Schlüsselländer.

Im Irak haben die USA Häftlinge nachweislich so eindrucksvoll verhöhrt, dass einige von ihnen danach starben. Es wurden dabei "sehr effiziente" Verhörmethoden angewendet. Erniedrigung und Bedrohung waren mitunter noch die harmlostesten Dinge. Am effizientesten erwies sich der klassische Schlafentzug. Ebenso geeignet "die Erzwingung der Einnahme von ässterst schmerzhaften Positionen" Das bekannte Bild eines Irakers auf einer Kiste stehend, dem gedroht wird wenn er runterfalle würde er mit Elektroschocks behandelt werden, basiert auf einer Foltermethode, die bereits im Vietnamkrieg beim Verhör von vermeintlichen Vietcongs, erfunden wurden. Es gibt Aussagen von Soldaten diverser Einheiten in Vietnam, die beim Verhör auf ein Handbuch der CIA zurückgegriffen haben.

In Vietnam wurde diese Methode nachweislich mehrfach eingesetzt. Als Stromquelle diente die Stromversorgung der Funkgeräte. Dabei stellte sich heraus, dass "Stromschläge im Genitalbereich" jeden brechen. Die Methode wurde nachweislich auch an weiblichen Verdächtigen durchgeführt.

Diese Methoden wurden verfeinert und auf diversen Spezialschulen in den USA an nachweislich über 20'000 "Studenten" weitergegeben. Die meisten dieser Studenten kamen aus Lateiamerika und wurden in den USA in Guerillataktikten ausgebildet. Diese wendeten sie dann zu Hause in ihren Heimatländern an um durch Anschläge und Terror Regierungen zu destabilisieren und Umstürze zu provozieren. Eine ehemaligen Gallerie dieser Ausbildungsstätten würde sich wie ein Who is who der lateinamerikanischen Diktatoren und deren Helfer ansehen (ausser Fidel Castro waren so ziemlich alle dort)

Zusammenfassend kann man sagen, dass die USA ihre Aussenpolitik immer ihren nationalen und meist wirtschaftlichen Interessen unterstellt haben. Meist ging es um Einfluss in Regionen in denen sie die Schlüsselländer kontrollieren wollten.

Ich habe den Irak als Beispiel genommen, da sehr viele der Ereignisse in meine Zeit fallen und ich mich nur zu gut daran erinnern kann. Wenn man die Aussenpolitik der USA während und nach dem kalten Krieg vergleicht kann man folgendes feststellen: Nicht die Ziele sondern die Gegner haben sich geändert. Im kalten Krieg wurden oft menschenverachtende Regimes unterstüzt, Hauptsache sie waren antikommunistisch. In Südafrika wurde ein Apartheidstaat, weil SA als Basis für Kriege (haupsächlich Stellvertreterkriege) in den umliegenden Staaten gebraucht wurde. Ausserdem besitzt diese Land gewaltige Bodenschätze (v.a. Edelmetalle und Diamanten). Dies soll auch zeigen, dass die USA (auch der Westen) v.a. Regimes unterstütze, die über Ressourcen verfügen.

Heute geht es um die Kontrolle von Ressourcen, um den amerikanischen Wohlstand und die Wirtschaft zu sichern. Eine gewaltige Volkswirtschaft mit einem riesigen Übergewicht im Rüstungsbereich, das während dem kalten Krieg aufgebaut wurde.

Last modified Sun, 11 Nov 2007 20:13:22 +0100 © - 2019 911-research.info
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